Die beste Methode, mit der Du Deine Präsentation vorbereitest

Die beste Methode, mit der Du Deine Präsentation vorbereitest

von Argumentorik, 21. Mai 2020

Transkription der Folge 96 aus dem Podcast “MENSCHEN ÜBERZEUGEN

Ist es nicht eine Einschränkung, wenn man die Rede vorher übt? Wenn ich immer meine Rede vorbereite, dann klappt es dort vor Ort nicht, weil ich die Vorbereitung plötzlich als ein Hindernis gegen freies Reden wahrnehme. 

Diese Frage stellte mir einer meiner Seminarteilnehmer.

Zunächst einmal zur Analogie: Wie machen das eigentlich die besten Musiker? Die meisten Musiker bereiten für ein Konzert das Musikstück vor. Sie proben täglich und hoffen auf einen fehlerfreien Auftritt. Wie ist das bei Fußballern? Fußballer können schon gut Fußballspielen und trainieren trotzdem jeden Tag – sie bereiten sich immer vor.

Sollte man das beim Reden dann nicht auch so machen? Oder wie kommt es eigentlich, dass der Fragesteller die Vorbereitung als ein Hindernis gegen freies Reden empfindet?

Hinweis: Möchtest Du mehr darüber erfahren, wie Du bei deinen Reden sicherer auftrittst, dann schaue Dir die Video-Lektion “Keine ‘Ähms’ mehr beim Reden” aus dem Online-Kurs “Rhetorik: Selbstbewusst kommunizieren und überzeugen” an:

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Die Antwort darauf ist relativ einfach, wenn Du Dich ein wenig vorbereitest. Das heißt also, wenn Du den Text nicht drauf hast, dann ist es tatsächlich ein Hindernis! Es könnte sein, dass Du Dich dann teilweise an den Text erinnerst, aber eben teilweise nicht. Und das kreiert im Kopf eine kognitive Dissonanz.

Eigentlich möchtest Du im Text weitermachen, den Text hast Du aber nicht drauf. Also versuchst Du, frei zu sprechen, dann fällt Dir wieder ein Textstück aus Deinem Skript ein. Dann möchtest Du Dich wieder an das Skript halten und dann fällt Dir erneut etwas nicht ein und Du möchtest wieder frei sprechen.

In diesen Fällen empfindest Du das dann als Hindernis, weil Du nämlich zwischen diesen zwei Systemen – schriftlich vorbereiteter Text und spontan freier Text – immer hin und her wechselst. Das Gehirn ist überlastet, Du bist nervös und machst Fehler. Das ist also nicht die beste Methode, sich auf eine Präsentation vorzubereiten. Sie ist ganz hart, aber deswegen auch unbeliebt: Die beste Methode ist, sich fast endlos kritisieren zu lassen.

Kritisiert mich!

Richtig gehört  – und zwar eine Präsentation halten und nicht einfach nur für sich vorm Spiegel oder vorm Smartphone, sondern vor einem kleinen, ausgewählten Publikum präsentieren und den Teilnehmern sagen:

Bitte kritisiert mich doch!

Und zwar ausschließlich kritisches Feedback! Und das ist natürlich ziemlich hart. Anschließend setzt Du Dich mit Stift und Papier hin und wertest die Punkte aus. Sinnvolle Kritik baust Du dann in Deinen Vortrag ein. So kannst Du zum Beispiel an einem guten Einstieg feilen. Auch nach dem Feedback stets weiter üben – bis kurz vor der eigentlichen Präsentation. Das Motto ist: Man kann nicht genug trainieren, um sein Skript und seinen Text wirklich drauf zu haben!

Merke: Je wichtiger die Präsentation, desto mehr Feedback solltest Du Dir einholen. Du kannst die Rede auch per Audio aufnehmen und sie verschicken. Das habe ich jüngst selbst gemacht. Frage die Empfänger, welche eine Sache/Sachen sie ändern würde/n.

Bei sehr netten Personen, die keine Kritik äußern mögen, hilft oft ein Trick. Du sagst selbst, was Dir an Deinem Vortrag nicht so gut gefallen hat und fragst sie nach ihrer Meinung, meistens springen sie dann auf den Zug auf. Sich fast endlos kritisieren lassen – von mindestens einer Person – und üben, das ist die ultimative Vorbereitung auf Deine nächste Präsentation. Viel Erfolg!

Autor: Wladislaw Jachtchenko

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