Wie gibt man richtig Feedback?

von Argumentorik, 10. Mai 2017

Feedback ist toll: Aus Feedback können Sie lernen, wie Sie auf andere Menschen wirken.

Das Problem: Tatsächlich wissen nur wenige Menschen, wie man gutes Feedback gibt. Oder nehmen sich genug Zeit dazu. Viel zu oft werden Sie mit einem knappen Lob abgespeist. Unser Vorschlag: Fordern Sie Feedback!

Wie sieht gutes Feedback aus?

Feedback hat drei Teile. Es basiert immer auf einer konkreten Wahrnehmung, als Ich-Botschaft formuliert. Was habe ICH beobachtet? Zum Beispiel: „Ich habe wahrgenommen, dass Sie bei Ihrem Vortrag an wichtigen Stellen betont langsam gesprochen haben.“

Darauf folgt eine subjektive Bewertung, ebenfalls eine Ich-Botschaft. Wie hat das auf MICH gewirkt? Im Beispiel:„Ich habe Ihnen dadurch leicht folgen können.“

Das Sahnehäubchen ist dann noch der Tipp fürs nächste Mal. Was würde ich mir von Ihnen noch wünschen? Beispielsweise: „Ich würde mir wünschen, dass Sie das auch bei anderen Präsentationen machen.“

WWW – Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch!

Diese drei Komponenten machen das Feedback hilfreich. Beachten Sie alle drei Komponenten, wenn Sie selbst Feedback geben.

Was wir Ihnen aber vor Allem ans Herz legen wollen: Fordern Sie für sich selbst ein vollständiges Feedback ein!

Die meisten Menschen verteilen Lob statt Feedback. Man klopft Ihnen auf die Schulter: „Guter Vortrag!“

Der Unterschied zwischen Lob und Feedback liegt auf der Hand:

Als Gelobter haben Sie keinen Informationsgewinn – Sie wissen nicht, was denn genau gut war und warum. Lob ist nicht nachvollziehbar.

Was fehlt dem Lob zum Feedback?

Lob ist eine globale subjektive Bewertung. Das ist die zweite Feedback-Komponente ohne die erste und dritte „Ich finde das toll, was Sie machen!“

Bereiten Sie sich also darauf vor, sich nach der ersten und dritten Komponente aktiv erkundigen zu müssen.

Die erste Frage lautet also: „Was war es denn genau, was Sie toll fanden?“ Die meisten Menschen können Ihnen auf diese Frage intuitiv eine Antwort geben. Trotzdem sind viele Menschen einfach zu unaufmerksam oder zu bequem, das unaufgefordert zu tun.

Als zweite Frage eignet sich: „Haben Sie vielleicht noch einen Tipp fürs nächste Mal?“ Auch hier fällt es den meisten Menschen nicht schwer, kreativ zu sein. Oft stiftet diese Frage dazu an, Ihre Arbeit auch etwas kritischer zu betrachten. Sie helfen Menschen also, ihre Kritik auszudrücken und konstruktiv zu formulieren. Perfekt für Sie, denn Sie dürfen daraus lernen!

Abschließend sei noch angemerkt, dass Sie natürlich nicht alles annehmen müssen, was Sie an Feedback zu hören bekommen. Wenn Sie Menschen dazu veranlassen, konkreter zu werden, als ein leeres Lob, bekommen Sie auch Meinungen, mit denen Sie nichts anfangen können.

Grübeln Sie darüber nicht zu lange nach. Beherzigen Sie die Anregungen, die gut begründet waren – und vergessen Sie den Rest.

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Autor: Johannes Stark


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