Wie Sie Ihre natürliche Stimmlage entwickeln und Ihren Vortrag zum Erlebnis werden lassen

von Argumentorik, 24. Januar 2018

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Stimmlagen kennen Sie wahrscheinlich aus dem Gesang: Sopran, Mezzosopran und Alt bei Frauen – Tenor, Bariton und Bass bei Männern. Jeder Mensch hat eine natürliche Stimmlage. Diese spielt nicht nur in der Musik eine entscheidende Rolle. In Ihrer natürlichen Stimmlage klingt Ihre Stimme angenehm voll und trägt Emotionen am besten – beim Singen, sowie beim Sprechen. Aus diesem Grund werden Lieder in der Musik oft transponiert, also in der Tonart verändert, um Sie an die natürliche Stimmlage des Sängers anzupassen.

Auch ein Redner, der in seiner natürlichen Stimmlage spricht, hat eine besondere Wirkung auf seine Zuhörer. Er wirkt ruhig und selbstbewusst. Sein Vortrag klingt authentisch.

Woher wissen Sie, wo Ihre natürliche Stimmlage liegt?

Ganz einfach: Wenn Sie entspannt sind, sprechen Sie automatisch in dieser Tonhöhe. Achten Sie auf Ihre Stimme, wenn Sie das nächste Mal mit Ihren Freunden zusammensitzen und von Ihrer Arbeit erzählen oder Ihrem Partner eine gute Nacht wünschen – dann sprechen Sie höchstwahrscheinlich in Ihrer natürlichen Stimmlage.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Ihre Stimme verändert sich, wenn Sie angespannt sind. Die meisten Menschen sprechen dann etwas höher, als sonst. Vielleicht haben Sie das schon mal an sich selbst beobachtet: Sie waren sehr aufgeregt. Ihre Stimme klang plötzlich ungewöhnlich hoch und dünn. Wenn Sie dann einen Vortrag halten, werden Sie bemerken, wie sehr Sie diese unnatürliche Tonhöhe einschränkt.

Es ist anstrengend für den Zuhörer, Ihnen zu folgen. Stellen Sie sich vor, Sie hören Musik über Ihren Handylautsprecher im Vergleich zu einem richtigen Verstärker. Es fehlen die Tiefen, es fehlt der volle Klang. Das nervt auf die Dauer.

Darüber hinaus ist es natürlich deutlich anstrengender für Sie selbst, außerhalb Ihrer natürlichen Stimmlage zu sprechen. Ihre Stimme klingt nicht von selbst. Sie drücken den Klang ihrer Stimme heraus.

Im Theater nennt man dieses Phänomen „Kopfstimme“: Sie geben Ihrer Stimme sehr wenig Raum im Körper. Im Vergleich zur „Bauchstimme“: Dabei dient ihr ganzer Körper als Resonanzraum – daher auch der vollere Klang. In Ihrer natürlichen Stimmlage sprechen Sie automatisch mit der Bauchstimme – also immer dann, wenn Ihr Körper entspannt ist.

Demnach ist der beste Tipp für Ihren Vortrag: Seien Sie so entspannt, wie möglich! Und wenn das nicht so einfach klappt?

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Zwei Wege, wie Sie Ihre natürliche Stimme trainieren können:

Theaterschauspieler trainieren ihre „Bauchstimme“ auf zwei Arten: Atmung und Körperhaltung.

1. Atmung

Wie atmen Sie, wenn Sie entspannt sind? Langsam, tief und gleichmäßig. Das ändert sich in Aufregung: Sie treten vor Ihr Publikum. Sie beginnen zu sprechen. Ihre Atmung geht schnell und flach. Nur ein kleiner Teil Ihres Lungenvolumens wird genutzt. Das schränkt auch die Klangbildung ein. Also: Immer wieder tief durchatmen!

Schlüsselfähigkeit für Schauspieler – und Redner – ist das kontrollierte Ausatmen. Üben Sie, beim Sprechen möglichst wenig Luft zu verbrauchen. Testen Sie, wie lange Sie sprechen können, ohne einatmen zu müssen. Ja genau, immer weiterreden, bis Sie keinen Ton mehr herausbekommen, bis keine Luft mehr in Ihrer Lunge ist. So entwickeln Sie ein Bewusstsein für unkontrolliertes Nach-Luft-Schnappen. Sie werden merken, dass die Luft in Ihrer Lunge eine ganze Weile ausreicht. In einem Vortrag können Sie mehrere Sätze mit nur einem Atemzug aussprechen. Dann, an geeigneter Stelle, machen Sie eine Pause und atmen tief ein.

Wenn Sie diese Atemtechnik trainieren, passiert folgendes: Sie lernen, sich auf Ihre Atmung zu konzentrieren. Sie bekommen ein Gespür für die Gleichmäßigkeit und Tiefe Ihrer Atemzüge. Damit werden Sie automatisch ruhiger und kommen in Ihre natürliche Stimmlage.

2. Körperhaltung

Ihre Atmung hat letztendlich auch viel mit Ihrer Körperhaltung zu tun. Wirklich entspannt reden können Sie nur, wenn Ihr Körper in Balance ist. Sie brauchen einen festen Stand.

Halten Sie Ihren Vortrag einmal vor einem großen Spiegel und beobachten Sie sich. Wie stehen Sie da? Im Gesangscoaching wird oft mit folgender Vorstellung gespielt: Ein unsichtbarer Faden zieht Ihren Kopf und damit Ihren ganzen Körper, wie einen Hampelmann, nach oben. Die Idee dahinter: Seinen Sie aufrecht. Ihr Kopf, Ihre Schulter, Ihre Wirbelsäule. Schauen Sie nicht auf den Boden, sondern gerade aus. Machen Sie keinen Buckel und kein Hohlkreuz, sondern einen geraden Rücken.

Merken Sie, wie Ihr Körper mit einem Mal viel offener ist? Das ist der Raum, den Ihre Stimme braucht. So entwickeln Sie einen natürlichen, vollen Klang. Merken Sie auch, wie sich Ihr Körper in dieser aufrechten Haltung entspannt? Sie können lockerlassen und ruhig werden. Damit kommen Sie automatisch in Ihre natürliche Stimmlage. Trainieren Sie regelmäßig Ihre Atmung und Körperhaltung und entwickeln Sie damit Ihre natürliche Stimmlage.

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Autor: Johannes Stark


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