So runden Sie Ihre Bewerbung mit einem guten Bewerbungsfoto ab

von Argumentorik, 8. September 2016

Ein Gastbeitrag von Anna Polinski

Obwohl das Bewerbungsfoto in der heutigen Zeit keine Pflicht mehr ist, kann es eine Bewerbung abrunden. Mit einem Foto bekommt der Leser einen ersten Eindruck. „Das ist ja oberflächlich“, würden viele sagen und ja, ganz Unrecht haben sie damit nicht. Tatsache ist aber, dass sich viele Personaler durch ein Bewerbungsfoto besser an einen Bewerber erinnern. Natürlich ist das Fehlen eines Fotos nur selten Ausschlusskriterium, aber auch wir erinnern uns oft an den einen oder anderen Bewerber anhand seines Bewerbungsfotos – so ist das menschliche Gehirn nun mal.

Sie möchten Ihre Bewerbung mit einem Foto versehen? Wir sagen Ihnen, wie Sie sich auf Ihrem Bewerbungsfoto von der besten Seite präsentieren können.

Welches Format sollten Sie für Ihr Bewerbungsfoto wählen?

Platzieren Sie Ihr Bewerbungsfoto entweder auf dem Deckblatt – wenn vorhanden – oder dem Lebenslauf. Verwenden Sie ein Deckblatt, bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie das Bild im Lebenslauf noch einmal integrieren. Für ein Bild auf der ersten Seite bietet sich eine zentrale Positionierung im oberen Drittel an, im Lebenslauf wird es normalerweise im oberen Bereich der 1. Seite platziert. Die Regel zur Platzierung lautet: Ins Blatt hinein- statt herausschauen. Ein gutes Format richtet sich nach dem goldenen Schnitt und liegt meist bei 9:6 cm oder 6:4 cm. Der Trend geht zwar in Richtung der Onlinebewerbung, aber es gibt noch immer Unternehmen, die eine Papierbewerbung wünschen. Sollten Sie eine Bewerbung per Post versenden, befestigen Sie das Bewerbungsfoto nicht mit einer Büroklammer sondern mit Klebstoff, auch wenn man es danach nicht mehr benutzen kann. Versuchen Sie zu vermeiden, dass das Foto aus dem Briefumschlag fällt oder bei der Weitergabe der Unterlagen an die Fachabteilung verloren geht. Das ist dann zwar etwas kostenintensiver, macht aber einen besseren Eindruck.

Was gilt es bei der Gestaltung zu beachten?

Ein Urlaubsfoto oder ein mit dem Smartphone geschossenes Selfie ist sicher nicht für die Bewerbung geeignet. Selbst Fotoautomaten bieten in der Regel kein Resultat, das einen vorteilhaft erscheinen lässt. Am besten überlassen Sie das einem professionellen Fotografen. Neben der Ausrüstung und dem handwerklichen Können besitzt dieser vor allem Erfahrung, z.B. um Sie etwas „aufzulockern“. Ein auf Bewerbungsfotos spezialisierter Fotograf kann auch Tipps im Hinblick auf die Ansprüche verschiedener Branchen und Unternehmenstypen (z.B. Bank vs. Werbeagentur) geben. Die Farbgebung des Bewerbungsfotos ist Geschmackssache. Schwarz-Weiß-Bilder können etwas sympathischer wirken als Farbbilder. Sie sollten außerdem den Hintergrund nicht vergessen. Ein unruhiger Hintergrund lenkt von Ihnen ab, eine neutrale Fläche ist definitiv die bessere Wahl. Auch die Beleuchtung ist ausschlaggebend. Ein professioneller Fotograf beschäftigt sich mit genau diesen Dingen und weiß, was zu berücksichtigen ist. Empfehlenswert ist ein Blick auf die Beispielaufnahmen des auserwählten Fotografen. Sagt Ihnen die „In-Szene-Setzung“ bei Bewerbungsfotos nicht zu, dann suchen Sie lieber einen anderen. Auf das eigene Bauchgefühl zu hören, ist hier nicht verkehrt.

Wie setzt man sich und wo schaut man am besten hin?

“Bitte schön lächeln!“, lautet die Devise, dabei aber locker aussehen und nicht verkrampfen – leicht gesagt, nicht wahr? Bringen Sie etwas Zeit mit, wenn Sie zum Fotografen gehen. Meist sind mehr als eine Aufnahme nötig. Der Fotograf gibt Ihnen Hinweise und wird versuchen, Sie etwas aufzulockern. Am besten lassen Sie sich mit Kopf und Schulteransatz fotografieren, sitzen dabei leicht schräg zur Kamera. Halbporträts wirken meist sympathischer als Vollporträts, von Ganzkörperfotos sollten Sie die Finger lassen. Berücksichtigen Sie immer, wo das Bild auf der Bewerbung platziert werden soll, damit Sie am Ende nicht seitlich aus dieser heraus schauen. Bitte blicken Sie direkt in die Kamera, wie in das Gesicht des Betrachters. Ein an der Kamera vorbei schweifender Blick ist für eine Bewerbung ungeeignet.

Haare, Makeup und: Was zieht man bloß an?

Etwas Puder oder ein Taschentuch zum Abtupfen verhindern unschönes Glänzen von Nase und Stirn. Bei Frauen wirken zusammengebundene oder hochgesteckte Haare meist professioneller als eine wilde Mähne. Sie sollten außerdem ein dezenteres Makeup wählen, weniger ist hier mehr. Bei der Kleiderwahl sind Anzug und Krawatte für Männer bzw. Blazer und nach Geschmack noch ein Halstuch für Frauen häufig die beste Wahl. Bei manchen Branchen/Unternehmen ist eine lockere Variante mit Hemd bzw. Bluse eine Alternative, aber auch hier gilt: nicht zu weit aufgeknöpft. Ihre Kleidung sollte immer zum angestrebten Job passen. Die Verwendung eines Farbfotos birgt außerdem die Herausforderung, diese farblich abzustimmen – zu bunt sollte sie nicht sein. Akzente können mit dezentem Schmuck oder einem Tuch bei Frauen und mit einer passenden Krawatte und ggf. einem Stofftuch bei Männern gesetzt werden.

Auch den Inhalt berücksichtigen

Bei allen Dingen, die man beachten sollte, ist es am wichtigsten, dass Sie sich auf dem Foto ähnlich sehen. Sieht das Foto durch Bearbeitung zu toll und zu professionell aus, bringt das den Personaler beim Bewerbungsgespräch ins Grübeln, ob Sie auch die Person von der Bewerbung sind. Dann haben Sie es bei der Erstellung wohl etwas zu gut gemeint. Die oberste Priorität lautet Natürlichkeit. „Denker“ oder „Playmate“ wirken in diesem Zusammenhang eher abschreckend.

Am Ende ist das Bewerbungsfoto ohnehin nicht dafür entscheidend, ob es mit der Einstellung klappt oder nicht – ein strukturierter Lebenslauf, aussagekräftige Referenzen und eine authentische Präsentation beim Bewerbungsgespräch sind die wirklich wichtigen Faktoren. Mit der Einführung des AGG steht die Frage im Raum, ob man das Foto nicht gänzlich weglassen sollte. Sollte man nicht! Denn in Deutschland wird ein Foto von den allermeisten Personalern erwartet. Berücksichtigen Sie die oben genannten Tipps – und steigern Sie Ihre Chancen, genommen zu werden!

Am Ende gilt bei jeder Jobsuche ohnehin: nicht durch Absagen entmutigen lassen, bald klappt es bestimmt!

Erschlagen von den vielen Informationen? Eine Zusammenfassung der Tipps finden Sie in folgender Infografik:

 

Über die Autorin

Anna-Polinski-towerconsult

Anna Polinski arbeitet für die Personalberatungsagentur TowerConsult GmbH in Jena im Bereich Marketing und Recruiting. Ihre Schwerpunkte sind Personalmarketing und Online Marketing. Sie betreut den Firmeneigenen Blog (Bewerberblog), schreibt Artikel rund um Bewerbung und Arbeitsalltag und organisiert Weiterbildungsveranstaltungen und Bewerbungstrainings.

Mehr Informationen unter: towerconsult Bewerberblog