Situativer Führungsstil | Wladislaw Jachtchenko

Mitarbeiter führen mit dem situativen Führungsstil

von Argumentorik, 28. August 2019

Artikel zur Folge 66 aus dem Podcast “MENSCHEN ÜBERZEUGEN
 

Es gibt natürlich ganz unterschiedliche Arten, die eigenen Mitarbeiter zu führen. Es gibt den autoritären, den kooperativen, den laisser-faire, aber vor allem auch den situativen Führungsstil. In diesem Artikel werden für Sie die Vor-und Nachteile der unterschiedlichen Führungsstile kurz beleuchtet – mit dem Fokus auf den situativen Führungsstil.

Autoritärer Führungsstil

Der autoritäre Führungsstil ist gekennzeichnet durch eine Führungskraft die im Zentrum steht, Weisungen und Vorgaben gibt und alle Fäden in der Hand hält.

Der Vorteil ist, dass Entscheidungen schnell getroffen werden. Es gibt keine langatmigen Diskussionen und Meetings und die Mitarbeiter wissen genau, was sie zu tun und zu lassen haben.

Nachteil ist natürlich, dass dieser Führungsstil die Eigeninitiative der Mitarbeiter verhindert.

Kooperativer Führungsstil

Der kooperative Führungsstil ist dadurch gekennzeichnet, dass sich Führungskraft und Mitarbeiter auf Augenhöhe begegnen.

Die internen Diskussionen sind hier erwünscht und beide Seiten betrachten sich als Partner und nicht als Chef versus Angestellter.

Vorteil des kooperativen Stils ist die erhöhte Motivation der Mitarbeiter durch ihre Partizipation am Entscheidungsprozess und höhere Selbstständigkeit.

Nachteil ist vor allem, dass durch die offene Diskussionskultur Entscheidungen häufig zu lange brauchen, weil Meetings einberaumt werden und jeder seine Meinung häufig bis zum Schluss verteidigt.

Laisser-faire Führungsstil

Beim laisser-faire Führungsstil hat der Mitarbeiter größtmögliche Freiheit. Mitarbeiter bestimmen selbstständig, wann und woran sie arbeiten, während der Vorgesetzte nur über die allgemeinen Entwicklungen informiert ist.

Vorteile dieses Stils sind ein lockeres Arbeitsklima und viel Kreativität. Nachteil ist die fehlende Kontrolle und Disziplin.

„Der Situative Führungsstil kombiniert die Vorteile der anderen Führungsstile.“

Beim situativen Führungsstil passt die Führungskraft ihr Verhalten an den sogenannten Reifegrad des jeweiligen Mitarbeiters. So unterscheiden Hersey/Blachard insgesamt 4 unterschiedliche Reifegrade bei Mitarbeitern:

Bei einer niedrigen Reife sollte die Führungskraft klare Anweisungen geben, die der Mitarbeiter auch genauso umsetzt. Es entspricht dem oben beschriebenen autoritären Stil, bei dem die Führungskraft sagt – und der Angestellte es zu 100% umsetzt.

Bei einer niedrigen bis mittleren Reife sollte die Führungskraft zwar die Richtung angeben – jedoch gleichzeitig den Mitarbeiter bei der Umsetzung der Aufgabe unterstützen. Insbesondere sollen hier Entscheidungen begründet und aufkommende Fragen beantwortet werden.

Bei mittlerer bis hoher Reife soll der Mitarbeiter am Entscheidungsprozess teilhaben. Er soll dazu motoviert werden, eigene Pläne zu entwickeln und eigene Entscheidungen zu treffen.

Bei hoher Reife schließlich kann die Führungskraft dem Mitarbeiter sowohl die Entscheidungsfindung als auch die Umsetzung der Aufgabe komplett übertragen.

Besonders zu beachten ist, dass ein und derselbe Mitarbeiter je nach Aufgabengebiet einen unterschiedlichen Reifegrade hat. Bei neuen Aufgaben soll die Führungskraft daher klare Anweisungen geben – bei Aufgaben aus dem Expertenbereich des Mitarbeiters  möglichst viel delegieren.

Situativer Führungsstil: Vorteile

Der Vorteil des situativen Führungsstils ist evident: Die Führungskraft behandelt jeden Mitarbeiter anders und wird dadurch den Fähigkeiten des Mitarbeiters mehr gerecht, als in den drei anderen Führungsstil-Modellen, bei dem die Führungskraft zu allen gleich ist und dadurch bei einigen Mitarbeitern zu viel selber bestimmt – und bei anderen zu wenig klare Weisungen gibt.

Die besondere Herausforderung beim situativen Führungsstil ist, dass die Führungskraft den einzelnen Mitarbeiter „lesen“ können muss, um herauszufinden, wie man den konkreten Mitarbeiter führen soll.

Um Führungskräfte dabei zu unterstützen, bietet die Argumentorik-Akademie europaweite Führungskräftetrainings und Mitarbeiterschulungen.

Autor: Wladislaw Jachtchenko

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