Nie wieder Blackout! Wie Du den roten Faden behältst

Nie wieder Blackout! Wie Du den roten Faden behältst

von Argumentorik, 11. November 2019

Transkription der Folge 36 aus dem Podcast “MENSCHEN ÜBERZEUGEN

Man verliert den Faden, alles ist schwarz im Kopf: Du weißt gar nicht, wie es weitergehen soll und dabei bist Du mitten in einer Präsentation und es kommt eine peinliche Stille. Das ist etwas, was kein Speaker gerne hat! In diesem Blogartikel geht es um den Blackout und die fünf Möglichkeiten, wie Du ihn für alle Zeiten überwindest, damit Du den Faden nie wieder verlierst.

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Dich

      >>> INFOGRAFIK: 5 Tipps gegen Blackout

Tipp #1: Schlagwörter notieren

Tipp #2: Paraphrasieren

Tipp #3: Das Publikum fragen

Tipp #4: Pause machen

Tipp #5: Schluss machen

Tipp Nr. 1: Schlagwörter notieren

Das  bedeutet, dass Du einen kleinen Zettel oder eine kleine Karteikarte nimmst und diese Karteikarte zum Beispiel in Deine Hosentasche steckst oder auf den Tisch vor Dir legst.

Und wenn Du einen Hänger hast, schaust Du kurz drauf. Das wichtige ist, dass Du maximal fünf Schlagwörter notierst. Sonst schaust Du zu lange darauf und kommst zu sehr durcheinander. Natürlich sollen auf dem Zettel auch nicht ein ganzer Satz oder ausformulierte fünf Sätze stehen, sondern wirklich – wie die Amis so schön sagen: Bullet Points.

Ganz knackige zwei, drei Wörter. Denn dann weißt Du auch immer ganz genau, wo Du in Deinem Vortrag bist. Wichtig ist natürlich: wenn Du in diesem Moment nicht mehr weiter weißt, dann sollte Deine Bewegung in die Hosentasche, in die Sakkotasche, in die Bluse oder in den Blazer (bei Rednerinnen) gehen. Die Handbewegungen sollten sehr langsam da hineingehen, weil wenn Du ganz schnell dahin greifst, dann wissen natürlich alle: Jetzt weiß er oder sie nicht, wie es weitergeht!

Ganz geschmeidige Körpersprache. Und auch wenn Du den Zettel auf den Tisch gelegt hast, nach links und rechts spazierst, läufst Du nicht plötzlich zurück; sondern spazierst ganz langsam in die Richtung Deines Zettels.

Währenddessen guckst Du jemanden im Publikum an, lächelst ein wenig und wiederholst das, was Du vorhin gesagt hast. Ein Blackout kommt meist einfach nur durch mangelnde Vorbereitung, doch mit Deinem Notizzettel bist Du bestens vorbereitet!

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Tipp Nr. 2: Paraphrasieren

Das heißt: Das zuletzt Gesagte mit anderen Worten umschreiben. So kannst Du bereits gesagte Dinge nochmals mit anderen Worten beschreiben und wiederholen. Und je länger Du darüber sprichst, was Du bisher schon gesagt hast, desto schneller kommst Du dann auf den Punkt zurück, über den Du ursprünglich reden wolltest.

Du kannst es auch einfach genauso wiederholen. Die meisten Leute mögen es sowieso, wenn der Redner etwas Wichtiges wiederholt. Es handelt sich sogar um ein rhetorisches Stilmittel, die Repetitio, also die Wiederholung. Mit ihr möchte der guter Rhetoriker dem Publikum etwas Gutes tun und es insbesondere auf einen Punkt hinweisen. Du kannst somit die Schwäche des Blackouts in eine rhetorische Stärke umwandeln!

Tipp Nr. 3: Das Publikum fragen

Gibt es Fragen von Ihnen? Was sagen Sie?

Mit dieser Methode gibst Du die Rückfrage ins Publikum. Damit gewinnst Du natürlich Zeit. Hierbei solltest Du dem Publikum auch wirklich 10 bis 15 Sekunden Zeit geben.

Sehr häufig sehe ich, dass einige unerfahrene Redner diese Technik zwar anwenden; doch leider haben sie nur eine Geduld von 4 Sekunden und geben dem Publikum gar keine Möglichkeit zu überlegen.

Je länger Du wartest, desto eher wirst Du auch belohnt. Nach 10 bis 15 Sekunden kommt schon jemand und hebt die Hand. Und selbst wenn nicht: lasse trotzdem Deinen Blick ganz entspannt übers Publikum gleiten. Schaue Person A an, lächele ein bisschen, krame etwas pseudomäßig in Deinen Unterlagen.

Gibt den Leuten also ausreichend Zeit, um über die Frage nachzudenken. Und selbst wenn niemand etwas sagt; meistens sind 15 Sekunden genug, um selbst etwas nachzudenken. So findest Du eine Antwort, die Du vorher nicht hattest, gewinnst den Faden zurück und kannst mit der Präsentation fortfahren. Fragen kostet nichts!

Tipp Nr. 4: Pause machen

Bei kurzen Vortägen oder Zwischenrufen geht es nicht. Aber da hat man auch selten einen Blackout.

Den Blackout hat man meistens, wenn das Gehirn völlig überlastet ist. Bei Reden über 3 bis 10 Minuten; und bei längeren Vorträgen oder Präsentationen kann man bei einem Blackout einfach nach eine Pause machen. Etwa mit dem Satz:

Wir machen jetzt eine kurze, zweiminütige Pause und es geht gleich weiter mit dem nächsten Punkt.

Das heißt: Du teilst den Teilnehmern einfach mit, dass jetzt eine Pause stattfindet. Du fragst sie nicht! Sonst könnten sie ja “Nein” sagen – und dann hast Du keine Zeit und Möglichkeit, Dich zu sammeln!

“Gleich geht es weiter mit meiner Präsentation. Dort sind übrigens die Getränke.”

Die Pause einlegen ist natürlich auch ein klassischer Fall von “Ich gewinne Zeit”. Und durch diesen Zeitgewinn kann ich mir überlegen oder googlen, was ich dann als Nächstes sagen möchte. Das kann man natürlich nicht unendlich häufig machen! 

Doch man kann sie dazu nutzen, zum ersten Tipp zurückzukommen und sich dann zumindest in der Pause zwei, drei Bullet Points auf dem Zettel notieren.

Und wenn man gerade sowieso schon ein bisschen nervös ist und sich verloren fühlt, gar nicht weiß, ob die anderen vielleicht gemerkt haben, dass der rote Faden überhaupt nicht mehr da ist: spätestens dann ist es eine gute Idee, den Zettel mit den Stichpunkten zu machen.

So kannst Du einem weiteren Blackout vorbeugen!

Tipp Nr. 5: Schluss machen

Wenn das Wesentliche bereits gesagt ist, wenn die Aufmerksamkeit bei Deinen Zuhörern am höchsten ist, kannst Du einfach Schluss machen.

Denn niemand weiß es ja. Und das ist das Besondere: Niemand von Deinen Zuhörern im Meeting oder bei den Kunden weiß, ob oder wie lange es weitergegangen wäre. Du kannst immer einen Standardsatz nutzen wie

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Gibt es noch Fragen?

Bei diesem Satz hat niemand das Gefühl, dass Du etwas vergessen hast, wenn Du ihn selbstbewusst aussprichst.

Und wenn Du einfach einmal die Frage nach dem Wesentlichen stellst? Das hilft Deinen Zuhörern, denn sie können in einen Dialog mit Dir treten. Dann ist es auch gar nicht so schlimm, wenn Du auf einmal kürzer redest als ursprünglich geplant!

“5 Tipps gegen Blackout” auf einen Blick

Zusammenfassung

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Egal für welche Technik Du Dich entscheidest: Vor allem empfehle ich die den Zettel mit den fünf Punkten!

Aber für alle fünf Techniken gilt: Erstens ruhiger Blickkontakt. Also nicht das Gefühl aufkommen lassen, dass wir jetzt nervös werden oder den Faden verlieren, sondern – Pokerface aufsetzen!

Zweitens: langsame Körperbewegungen. Du hast noch nie Barack Obama oder Angela Merkel mit hastigen Körperbewegung gesehen. Und das nicht umsonst, weil souveräne Menschen ganz geschmeidige Bewegungen machen.

Und drittens: eine feste Stimme. Deine Stimme soll dennoch fest sein, wenn Du eine Pause vorschlägst:

Meine Damen und Herren, wir machen jetzt eine 2-minütige, kurze Pause und gleich geht’s weiter!  

Und wenn Du Dich für die letzte Technik entscheidest: Bei:

Meine Damen und Herren, ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit! Gibt es von Ihrer Seite noch Fragen?

Da geht die feste Stimme mit der Intonation nach unten und signalisiert: Meine Aussage ist wichtig und niemand merkt, dass ich die Situation nicht im Griff habe.

Diese Dinge musst du schauspielern, egal wie Du Dich innerlich fühlst. Niemand kann in Dein Herz hineinschauen. Heißt: Wenn Du nach außen ruhigen Blickkontakt, langsame Körperbewegungen und eine feste Stimme hältst, dann kannst Du alle diese fünf Anti-Blackout-Strategien nutzen!

Ich hoffe, diese Tipps befreien Dich von der Angst, vor Publikum zu sprechen.

Viel Erfolg!

Autor: Wladislaw Jachtchenko

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