Reframing und positives Denken | Argumentorik

Reframing – Der sichere Weg zum Glück Coaching-Tipps von Wlad

von Argumentorik, 11. Dezember 2020

Transkription der Folge 70 aus dem Podcast “MENSCHEN ÜBERZEUGEN

Sei etwas glücklicher – dafür gibt es eine Technik, die Coaches sehr gut bekannt, aber im Alltag relativ unbekannt ist. Das ist die sogenannte Reframing-Technik. Der sichere Weg zum Glück.

Was bedeutet Reframing und wie kannst Du es im Alltag einsetzen?

Reframing bedeutet “einen neuen Rahmen zu geben“, also einer Situation einen neuen Rahmen zu geben bzw. einen anderen Sinn zuzuweisen. Und zwar versuchst Du, durch diese Interpretation einer Situation eine andere Bewertung zu geben.

Hier geht es wirklich um eine tatsächliche, positive Bewertung, die wir als erstes nicht sehen. Meistens liegt das an der Negativität – also einer Verzerrung in unserem Gehirn, durch die wir eher das Negative sehen. Deswegen sind auch viele Menschen so unglücklich.

Das kommt aus der Evolution, denn früher war es immer gut, Dinge erst einmal negativ zu interpretieren. Denn so war es für uns Menschen vor 100.000 und 300.000 Jahren einfach wahrscheinlicher, dass wir überleben. Sehen wir ein gefährliches Tier, laufen wir weg statt zuzusehen. Denn würden wir versuchen, es allein zu besiegen, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit nicht sehr hoch. Das nennt man in der Psychologie eine Verzerrung in Richtung des Negativen.

Rein evolutionär betrachtet ist das ein Resultat aus dem ständigen Überlebenskampf von früher. Wie überwinden wir diese Verzerrung?

Reframing am Beispiel des Films Pollyanna

Der Film Pollyanna handelt von einem kleinen Mädchen, was eben diese Reframing-Technik  die ganze Zeit mit sich und mit Erwachsenen spielt. Sie fragt sich den ganzen Film über:

Wie könnte ich stolz oder glücklich über eine Information oder über eine Situation sein?

Sie erzählt ganz am Anfang, wie sie  zu Weihnachten Krücken bekommen hat. Sie war jedoch absolut gesund. Im Sinne ihrer Frage – sie nannte das Great Game oder das Stolz-Spiel – sagte sie sich:

Naja, ich kann noch froh darüber sein, dass ich diese Krücken nicht brauche. Viele Menschen und viele Kinder haben Probleme mit dem Gehen und brauchen Krücken und sind darauf angewiesen, aber ich bin an Weihnachten absolut fit. Ich kann laufen, ich kann springen und das ist doch schön, dass ich Krücken geschenkt bekommen habe und jetzt weiß, dass ich sie nicht brauche!

Das ist natürlich ein sehr schönes Refraiming-Beispiel aus dem Film und ich empfehle Dir, ihn anzuschauen.

Reframing heißt also “positiv interpretieren“. Es geht nicht darum, sich pseudooptimistisch zu verhalten, sondern es geht darum, dass man wirklich etwas Positives an einer Situation findet und nicht ausschließlich das Negative sieht.

Hinweis: Möchtest Du Dein Leben zum Positiven wenden? Dann schaue Dir die Video-Lektion “Persönlichkeitsentwicklung: mein neues Modell für Dich!” aus dem Online-Kurs “Persönlichkeitsentwicklung: Jeden Tag ein bisschen besser!” an:

ONLINE-KURS: “Persönlichkeitsentwicklung”: Jetzt erwerben!

Drei Alltagsbeispiele – Beispiel Nr. 1: Trennung

Eine Seminarteilnehmerin hat mich gefragt:

Wie kann ich negative Emotionen nach einer Trennung verhindern?

Spezifisch geht es darum, dass die Trennung nicht aufgrund der mangelnden Liebe stattgefunden hat, sondern wegen anderer Umstände – wie zum Beispiel einer neuen Stadt und einem neuen Job. Und deswegen bedeutet dieser Verlust für sie einen großen Schmerz  – da die Entscheidung von einem anderen getroffen wurde und nicht von ihr. Wie lässt sich das postiv umdeuten? Ich habe ihr geantwortet:

Naja, wenn Du darüber nachdenkst, dann war die Liebe in eurem Fall – zumindest für ihn – etwas kleiner als der Wunsch nach einem tollen Job und einer tollen Karriere in einer anderen Stadt.

Das heißt nicht, dass die Liebe nicht da war, aber die Karriere war ihm wichtiger als die Liebe zu Dir und möchtest Du denn wirklich mit einem jungen Mann zusammen sein, der Dich ein bisschen lieb hat, aber in Wirklichkeit bist Du nicht die erste Priorität?

Man kann es doch auch so interpretieren, dass er sein wahres Gesicht gezeigt hat und zwar relativ früh und nicht erst, wenn ihr Kinder habt. Das ist das Positive.

Reframing-Beispiel Nr. 2: Empathie

Ich habe ADHS und das bedeutet, dass ich Hunderte von Kleinigkeiten bei Menschen merke, die ein normaler Mensch gar nicht wahrnehmen würde. Das inkludiert viele Sachen, die mich irritieren oder sogar nerven, weil man sie allgemein für unangemessen bzw. schlecht hält.

Wie würdest Du damit umgehen und diese ganze negative Energie loswerden?

Dann schreibt mir der Teilnehmer noch:

Du musst verstehen, dass ADHS eine neurologische Kondition ist. Das heißt die Funktionsweise des Gehirns ist dafür verantwortlich. Das macht es ungemein schwer, die Signale, die ich im Gehirn wahrnehme, zu kontrollieren.

Ich habe ihm geschrieben, dass er es natürlich auch positiv reimen könnte:

Naja die Tatsache, dass ich so aufmerksam bin, dass ich so ein guter Beobachter bin und genau sehen kann, wie sich die Körpersprache oder die Stimme oder auch die Haltung eines Menschen verändert, das ermöglicht mir natürlich die kleinsten Abweichungen festzustellen und damit auch herauszufinden, ob der andere denn wirklich die Wahrheit sagt oder nicht.

Das nennt man Micro-Expression. Da geht es nämlich darum, dass Menschen uns häufig anlügen und wenn uns Menschen anlügen, dass sie dann ihre Körpersprache und ihre Stimme verändern.

Da muss man wirklich ein guter Beobachter sein, um den Lügner aufzuspüren und zu sehen und zu hören, dass da etwas nicht stimmt. Du bist also der perfekte Lügendetektor.

Du analysierst ganz genau, wo sich etwas beim Menschen verändert und anschließend kannst Du relativ gut sagen, dass ein Mensch sich in einer Situation nicht ehrlich verhalten hat oder vielleicht auch in einer Situation anfängt, sich unwohl zu fühlen. Für den Gesprächserfolg ist das entscheidend.

Reframing-Beispiel Nr. 3: Traumjob

Und zwar schreibt mir jemand:

Wie kann ich denn meine negativen Emotionen komplett ausradieren, wenn ich doch nicht meinen Traumjob ausführe und ihn auch nicht mehr erreichen kann? Ich liebe Wein, aber ich bin eher im Verpackungsgeschäft tätig. Ich mag meinen Job, aber in Wirklichkeit träume ich davon, etwas mit Wein zu tun. Aber ich weiß nicht was und womit ich starten soll.

Ich antwortete der Dame:

Naja, wenn man das analysiert, hast Du kein Problem mit negativen Emotionen, sondern es ist streng genommen ein Strategieproblem.

Egal ob Du 25, 35, 45 oder 65 bist – ein Dogma hindert Dich daran, dass Du Deine Karriere einfach jetzt startest. Denn wir können mit unserer Lebenserwartung und unseren Möglichkeiten an Weiterbildung durchs Internet und Co. jederzeit mit etwas Neuem starten.

Das muss ja nicht gleich heißen, dass wir das neue Amazon oder das neue Google starten, sondern es kann ja auch ein kleines Bild sein – vielleicht auch in der Nebentätigkeit – , was uns erfüllt.

Wer hindert Dich daran, Dich heute in das Marketing und den Vertrieb von Wein einzuarbeiten?

Manchmal wissen wir einfach nicht, was der nächste strategische Schritt ist, den wir tun sollten. Und manchmal erscheint uns der Traum einfach zu groß und wir zwingen uns zum Beispiel in einen Job hinein, der uns nicht glücklich macht und eigentlich haben wir diesen Traumjob irgendwo da draußen. Und diesen füllen wir nicht aus oder diesen starten wir nicht, weil wir denken, dass wir schon etwas Festes haben oder wir das Geld für unsere Familie brauchen.

Auch die längste Reise beginnt mit einem Schritt. Also empfehle ich Dir, Dich 15 Minuten am Tag mit Deinem Wunschbusiness zu beschäftigen. Das ist ein guter Start.

Versuche also der evolutionären Verzerrung und negativen Emotionen zu entfliehen, indem Du Dinge und Situationen positiv umdeutest. Dein sicherer Weg zum Glück. Viel Erfolg!

Autor: Wladislaw Jachtchenko

Kostenfreie Leseprobe