Stressfrei durch die Vorweihnachtszeit – mit 3 Strategien zum Umgang mit Entscheidungen

von Argumentorik, 13. Dezember 2017

Zu wie viele Weihnachtsfeiern sind Sie die kommenden Tage eingeladen? Was schenken Sie ihren Schwiegereltern? Wohin fahren Sie an den Feiertagen?

So viele Entscheidungen, die noch getroffen werden wollen – stresst Sie das auch manchmal? Dann sind Sie nicht allein! Die meisten Menschen fühlen sich belastet von dem Ausmaß an Entscheidungen, die sie täglich treffen müssen – gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit.

Aber warum empfinden wir es als so anstrengend, uns zu entscheiden? Drei Gründe:

1.Entscheidungen beinhalten meist mehrere gute Alternativen. Sie müssen einen Kompromiss finden. Sie können nicht alles haben und erwarten, Abstriche zu machen. Was wollen Sie beispielsweise heute Abend machen: Klassentreffen auf dem Weihnachtsmarkt oder doch Weihnachtsfeier im Kindergarten ihrer Tochter? Ihre ehemaligen Klassenkameraden sind nur heute in der Stadt. Aber auch ihre Tochter wird sie vermissen, wenn Sie nicht kommen.

2. Oft sind die Folgen von Entscheidungen gar nicht absehbar. Meistens gibt es viele unbekannte Einflüsse auf das Ergebnis oder Sie erwarten unvorhersehbare Langzeiteffekte. Womöglich beginnt es später zu regnen, sodass der Weihnachtsmarkbesuch kurzfristig abgesagt wird. Sie können es nicht ausschließen.

3. Darüber hinaus müssen Sie Alternativen befürchten, die Sie momentan noch nicht bedacht haben oder, die sich noch gar nicht eröffnet haben. Damit stellt sich immer die Frage: Sollen Sie sich jetzt schon festlegen oder lieber noch abwarten? Zum Beispiel könnte ja in 5 Minuten Ihr bester Freund anrufen und Sie für heute Abend zur Feuerzangenbowle einladen.

Das hat zu Folge, dass wir Entscheidungen mit einem unguten Gefühl treffen oder sie herauszögern. Beides bedeutet Stress – unnötigerweise.

Drei Strategien zum stressfreien Umgang mit Entscheidungen:

1. Geben Sie Entscheidungen ab.

Fühlen Sie sich oft verpflichtet, Entscheidungen zu treffen? Machen Sie sich doch nicht so einen Stress. Geben Sie die Verantwortung ab. Fragen Sie sich immer: Muss ich diese Entscheidung unbedingt selbst treffen? Wer kann das sonst übernehmen? Wem würde das vielleicht sogar Spaß machen?

Sie wollen beispielsweise mit Ihren Freunden zum Essen gehen. Fühlen Sie sich verantwortlich, ein Restaurant auszuwählen? Fühlen Sie sich dazu berufen, die verschiedenen Geschmäcker Ihrer Freunde mit dem breiten Angebot an Restaurants abzustimmen, bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Öffnungszeiten und Besucherzahlen? Das klingt anstrengend – und unnötig. Letztendlich ist es nämlich egal, wohin Sie gehen: Zusammen mit Ihren Freunden haben Sie überall einen schönen Abend.

Probieren Sie also eines: Anstatt sich für die Entscheidung verantwortlich zu fühlen, machen Sie nur einen Vorschlag. Nicht zwei, nicht drei. Nur einen. Schlagen Sie vor: Wie wär‘s mit Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt?

Das ist Ihr Beitrag. Keiner kann sagen, Sie brächten sich nicht ein. Keiner muss Sie nach Ihrer Meinung fragen. Alle wissen: Sie stehen für Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt – sind aber auch mit allem anderen zufrieden.

Das ist unser Tipp für die unzähligen unwichtigen Entscheidungen des Alltags: Machen Sie einen Vorschlag und lassen die Anderen entscheiden.

2. Automatisieren Sie Entscheidungen.

Natürlich sind Sie nicht immer in einer Gruppe unterwegs. Viele Entscheidungen betreffen nur Sie selbst. Was kaufen Sie ein? Was ziehen Sie an? Welche Mails beantworten Sie zuerst?

Der Schlüssel zur Befreiung von der Last dieser Entscheidungen sind Routinen. Fragen Sie sich: Welche Entscheidung können Sie automatisieren?

Sind wir mal ehrlich: Sie kaufen zum größten Teil ohnehin immer dieselben Sachen ein, tragen dieselben Klamotten und schreiben Ihrer Chefin, dann Ihrem Kunden und dann Ihrem Kollegen. Formulieren Sie doch Regeln, dass Sie von nun nie wieder über diese Fragen nachdenken müssen. Sobald Sie ein Schema-F festlegen, nach dem Sie Routinen in Ihrem Alltag bearbeiten, haben Sie den Kopf frei für wichtigere Sachen – zum Beispiel dem Weihnachtsgeschenk für Ihren Partner.

Deshalb unser Tipp: Machen Sie möglichst viele unwichtige Entscheidungen in Ihrem Alltag zum Automatismus.

3. Machen Sie Entscheidungen verbindlich.

Zum Schluss bleiben alle Entscheidungen übrig, die Sie selbstständig und einmalig treffen müssen. Da kommen Sie nicht drum herum, abzuwägen.

Trotzdem haben wir einen Tipp für Sie: Legen Sie sich so bald wie möglich fest. Und seien Sie verbildlich.

Entscheidungen, die Sie vor sich herschieben, weil Sie sich keine „bessere“ Option verbauen oder nicht „Nein“ sagen wollen, belasten Sie fortlaufend.

Wenn Ihr Freund Sie zur Feuerzangenbowle einlädt, sagen Sie ihm verbindlich zu oder ab. Damit stehen der Termin in Ihrem Kalender oder ist auf Ihrem Kopf gelöscht. Falls Sie nicht abschätzen können, ob Sie Zeit haben, geben Sie das offen zu. Sagen Sie: „Ich habe momentan viel zu tun und weiß nicht, ob ich Zeit finde, deshalb rechne einfach mal nicht mit mir.“

Damit weiß ihr Freund Bescheid und Sie selbst haben einen klaren Kopf für Ihre Verpflichtungen.

Um mit der Flut and Entscheidungen umzugehen und stressfrei durch die Vorweihnachtszeit zu kommen, merken Sie sich drei Strategien: Verantwortung abgegeben, Entscheidungen automatisieren oder verbindlich festlegen.

Der Umgang mit Entscheidungen gehört zum Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Möchten Sie weiter konsequent an Ihrer Persönlichkeit arbeiten? Dann empfehlen wir Ihnen ein paar Video-Lektionen unseres Online-Kurses zur Persönlichkeitsentwicklung zu absolvieren! 

Autor: Johannes Stark


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