Wie Sie selbst Ihre Kritiker mit Ihrer Rede überzeugen

Wie Sie selbst Ihre Kritiker mit Ihrer Rede überzeugen

von Argumentorik, 9. September 2019

Mit der Überzeugungsrede möchten Sie Ihre Zuhörer zu einer Lösung oder Handlung überzeugen. Je kontroverser das Thema ist, desto schwieriger ist es jedoch, dieses Ziel zu erreichen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie selbst die größten Kritiker von Ihrem Ziel überzeugen können. Die Tipps aus dem Beitrag können Sie nicht nur für Überzeugungsreden, sondern auch für Verhandlungen nutzen.

1. Sprache: Der Köder soll dem Fisch und nicht dem Angler schmecken

Passen Sie die Sprache immer an Ihre Zuhörer an, sodass die Zielgruppe Sie ohne Probleme versteht. Das sind Ihre Kritiker, da brauchen Sie sich mit der Bildungssprache vielleicht nicht noch mehr Kritiker zu suchen und die Fronten zu vertiefen. Die Sprache muss so verständlich sein, dass sich die Zuhörer voll auf die Inhalte fokussieren können. Aus demselben Grund sollte auch unbedingt auf Zweideutigkeiten verzichtet werden.
 

2. Perspektive: Zuhörer im Fokus

Da Sie von Ihren eigenen Argumenten voll überzeugt sind, sollten Sie nicht über die Aspekte sprechen, die für Sie relevant sind. Die Überzeugungsrede soll an die nicht überzeugten Zuhörer und Kritiker adressiert sein. Für Ihre Zuhörer – Kritiker – können ganz andere Argumente relevant sein, daher gehen Sie nur auf diese ein.

Dabei sollten Sie beachten, dass Kritiker Probleme und Herausforderungen übertriebener darstellen, als sie in Wirklichkeit sind, um ihre Argumente zu stärken. Das ist eine bekannte Strategie.

Sie sollten in solchen Fällen nie den Kritikern das Gefühl geben, dass sie im Unrecht liegen, sondern ihnen mitteilen, dass Sie sich der Kritikpunkte bewusst sind und dass Sie auch an einer Lösung interessiert sind. Bei abweichenden Zahlen stellen Sie Fakten dar und nennen Sie Ihre Quelle. Dadurch greifen Sie die Kritiker nie persönlich an, was sich auf das Ergebnis positiv auswirkt, denn dadurch werden Sie selbst den Kritikern sympathischer und Sympathie ist eine der Grundlagen, um Kompromisse zu schließen.

3. Emotionen: Emotional-familiären Aspekt einbringen

Jeder Mensch ist anders, allerdings haben fast alle Menschen auch einen gemeinsamen Nenner: Familie und Emotionen. Insbesondere wenn Sie Ihre Zuhörer und Kritiker nicht kennen, sollten Sie die zwei Aspekte zur Sprache bringen. Das hat zwei Vorteile:

– Sie sprechen die Zuhörer und Kritiker auf einer ganz anderen Ebene an und können vielleicht dadurch zu Ihnen durchdringen. Stellen Sie z. B. dar, welche Auswirkungen die Lösungsansätze der Kritiker auf unsere Kinder haben. Wenn die Kinder für die Kritiker das Wichtigste sind, stellen Sie Ihren Ansatz als denjenigen vor, der dem Nachwuchs eine bessere Zukunft ermöglicht.

– Sie wirken dadurch menschlicher und bekommen Sympathiepunkte von den Kritikern und sympathischen Menschen gegenüber sind Kritiker verständnisvoller.

4. Indirektheit: Das eigentliche Ziel wird als zweites genannt.

Sie müssen sich dessen bewusst sein, dass selbst die beste Überzeugungsrede nicht alle Kritiker gänzlich überzeugen kann. Um dennoch die bestmögliche Lösung für sich herauszuholen, müssen Sie eine bestimmte Strategie anwenden.

Sie verfolgen zwei Lösungsansätze, wobei der erste Lösungsansatz viel schwieriger durchzusetzen sein wird. Sollte es Ihnen dennoch gelingen, haben Sie eine hervorragende Überzeugungsrede gehalten oder den offensiven Lösungsansatz noch zu defensiv formuliert. Bei dem zweiten Lösungsansatz verfolgen Sie ein defensives Ziel und das eigentliche Ziel, allerdings wissen das Ihre Zuhörer nicht. Dabei sollten Sie selbst beim defensiven Lösungsansatz noch etwas Verhandlungsspielraum lassen.

Diese Strategie hat einen psychologischen Effekt. Die Kritiker sehen im zweiten Lösungsansatz, also in dem defensiven Lösungsansatz, bereits ein Entgegenkommen und fühlen, bereits etwas erreicht zu haben. Durch diesen emotionalen Zustand sind die meisten Kritiker anders eingestellt. Wenn Sie dann noch Ihre angebliche Unzufriedenheit mit dem zweiten Lösungsansatz zeigen, sehen sich die Kritiker bestätigt und sind überzeugt. Die Strategie mag zwar manipulative Züge annehmen, aber schlussendlich sind beide Seiten zufrieden, was bei einer guten Überzeugungsrede auch der Fall sein sollte.

Fazit

Um Ihr Gegenüber zu überzeugen, müssen Sie seine Sprache beherrschen und an seine Werte appellieren. Wenn Sie noch dem Gegenüber zeigen, dass das Ergebnis (das Sie von Anfang an erreichen wollten) nichts anderes als eine Kompromisslösung für alle Beteiligten darstellt, haben Sie Ihr Ziel erreicht. Einfache Tipps korrekt eingesetzt, können helfen, auch die eingeschworenen Gegner Ihres Standpunkts zu überzeugen. Wendet man sie an, sind die Ergebnisse schnell zu sehen.

Über den Autor

Piotr Snuszka ist Geschäftsführer der BAS Business And Science GmbH, die Unternehmer, Politiker, Dozenten und Studenten beim Schreiben, Lektorieren, Formatieren, Recherchieren und der Prüfung auf Plagiate unterstützt. Über 300 Experten bringen Ihr Knowhow mit.