Den inneren Schweinehund überlisten – 4 Techniken

von Argumentorik, 1. Februar 2017

Seit Neujahr ist ein Monat vergangen: Wie steht es um Ihre Vorsätze?

Im Januar haben wir Ihnen das Prinzip der graduellen Steigerung vorgestellt.

Haben Sie einige Ihrer Neujahresvorsätze bereits umgesetzt? Teilweise? Ein kleines bisschen? Gar nicht? Falls Sie mit Ihrer Produktivität nicht (ganz) zufrieden sind, dann liegt es nicht an Ihnen. Es liegt an ihm. Dem Schweinehund. In diesem Artikel stellen wir Ihnen vier Tricks vor, mit denen Sie Ihren inneren Schweinehund überlisten können!

1. Der Konsistenz-Effekt

Was auch immer Sie vorhaben: Treffen Sie kluge Vor-Entscheidungen.

Wenn Sie nach der Arbeit ins Fitnessstudio wollen, packen Sie Ihre Sporttasche schon am Morgen und stellen Sie sie gleich neben die Eingangs-Tür. Abends kommen Sie heim – und da steht schon Ihre Tasche bereit! Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zum Sport gehen, steigert sich drastisch. Einerseits, weil Sie es einfach haben: Tasche nehmen und losgehen. Andererseits, weil Sie konsistent sein wollen: Sie haben die Vor-Entscheidung bereits am Morgen gefällt, als Sie die Tasche gepackt haben. Und nun würden Sie sich selbst widersprechen, wenn Sie nicht gehen würden. Der Konsistenz-Effekt zwingt sie zwar nicht, aber die Sozialpsychologie sagt: Er macht unsere Entscheidung wahrscheinlicher, da wir uns ungern in Widerspruch zu uns selber stellen. Wir wollen konsistent handeln. Und mit einer smarten Vor-Entscheidung wird der Schweinehund schwächer!

2. Der Omnipräsenz-Effekt

Ein Ziel, mit dem Sie sich immer wieder beschäftigen, weil es allgegenwärtig ist, werden Sie schneller umsetzen!

Ein Beispiel: Sie wollen Ihr Englisch aufpolieren. Wo sollten Sie dazu Ihre neuen Englisch-Vokabeln aufbewahren? In einer Word-Datei? Im Vokabelheft? Die richtige Antwort: überall! Am Spiegel, auf dem Nachttisch, neben der Toilette, an der Tür, im Geldbeutel. Eine Vokabel, die Sie oft genug gesehen haben, merken Sie sich! Eine Sprache, die Ihnen überall begegnet, lernen Sie fast automatisch!

Das gilt natürlich auch für jedes andere Vorhaben: Erinnern Sie sich an Ihr Ziel, wann immer Sie können. Hängen Sie Zettel auf: kleine Symbole, Schlagwörter und Zahlen, die Sie an Ihr Ziel erinnern. Ihr neuer Vorsatz sollte Sie auf Schritt und Tritt verfolgen.

3. Der positive Verstärker

Sie können sich zu fast allem begeistern – mit der richtigen Belohnung!

Beispiel: Sie wollen mit dem Rauchen aufhören. Diese Idee wird Sie auf eine harte Probe stellen. Das Rauchen war ein enormer Wohlfühlfaktor in Ihrem Leben. Stattdessen jetzt: der kalte Verzicht. Aber muss er denn so kalt sein? Nein. Deshalb belohnen Sie sich für jede Zigarette, die Sie nicht geraucht haben, mit einer Kleinigkeit. Legen Sie jedes Mal 50 Cent (oder 5 Euro, oder 20 Euro – nehmen Sie den Betrag, der Sie genug motiviert, diese eine Zigarette nicht zu rauchen) in eine Dose. Nach einigen Tagen oder Wochen haben Sie ein beträchtliches Sümmchen zusammen – Geld, das Sie sonst für Zigaretten verschleudert hätten. Jetzt nehmen Sie das Geld und gönnen sich etwas Schönes.

Das Prinzip der positiven Verstärkung gilt auch in anderen Lebensbereichen. Ob Sport oder Bildung – neue Gewohnheiten beizubehalten, ist oft eine Herausforderung. Machen Sie es sich deshalb so angenehm, wie möglich. Belohnen Sie sich! Auf diese Weise halten Sie sich selbst bei Laune – bis das Vorhaben zur Routine wird.

4. Der Team-Effekt

Alleine ist gut – im Team ist besser.

Egal ob Fitness, Fremdsprache oder gesünderer Lebensstil – finden Sie einen Menschen, der das gleiche Ziel hat wie Sie. Mit Internet ist das gar nicht schwer. Dann können Sie sich gegenseitig anspornen. Sie müssen keine besten Freunde sein oder werden. Es reicht, dass Sie das gleiche Ziel verfolgen wollen. Zum Beispiel zu ganz bestimmten Zeiten zu arbeiten. Mal motiviert er sie. Mal motivieren Sie ihn. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dran bleiben, steigt enorm.

Ob Sie darüber hinaus eine Freundschaft aufbauen, ist komplett irrelevant. Seien Sie pragmatisch. Halten Sie die Zielerreichung im Auge und vereinbaren Sie ggf. angemessene Strafen, wenn jemand sich nicht an die gemeinsame Vereinbarung hält.

Je mehr dieser 4 Prinzipien Sie im Alltag integrieren, desto schwächer wird der innere Schweinehund. Ganz verschwinden wird er zwar nicht. Aber das wäre ja auch fast schon übermenschlich.

Möchten Sie darüber hinaus an weiteren Persönlichkeits-Eignschaften arbeiten und sich konstant weiterentwickeln? Dann empfehlen wir Ihnen unser individuell auf Sie angepasstes Persönlichkeits-Training.

Autoren: Johannes Stark / Wladislaw Jachtchenko


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