Die 20/80-Analyse – Wie Sie in kürzerer Zeit mehr erreichen

von Argumentorik, 8. Dezember 2017

Die meisten Menschen könnten mit der Hälfte ihrer Arbeitszeit doppelt so viel erreichen. Zu diesem Schluss kommt Timothy Ferris in seinem Buch „4 hour work week“. Er beruft sich dabei auf das 20/80-Prinzip des Mathematikers Vilfredo Pareto. Dieses besagt: Mit einem kleinen Teil unserer Arbeit, gerade mal 20% unserer Arbeitszeit, erreichen wir den größten Teil unserer Ergebnisse: mindestens 80%. Die restlichen 80% unserer Arbeit bewirken dann nur noch 20% unserer Ergebnisse. Das heißt, wenn ich heute 8 Stunden arbeite, erreiche ich in etwas mehr als 1,5 Stunden 80% von meinem gesamten Tagesergebnis. Während den übrigen 6,5 Stunden arbeite ich natürlich auch – nur halt viel unproduktiver.

Sagen wir, ich schreibe heute 8 Stunden lang an 5 Blog-Seiten. Dann besagt das 20/80-Prinzip, dass ich für 4 dieser 5 Seiten insgesamt nur ungefähr 90 sehr inspirierte und produktive Minuten brauche. Unterdessen gibt es aber immer wieder Phasen, in denen ich kaum etwas zu Papier bringe: In den übrigen 390 trägen Minuten schaffe ich insgesamt gerade mal eine Seite.

Die Zahlen „20%“ und „80%“ für die Anteile effektiver und ineffektiver Arbeit variieren natürlich individuell. Das 20/80-Prinzip macht dennoch zwei wichtige Aussagen über die allermeisten Tätigkeiten der allermeisten Menschen:

1. Jeder hat Phasen, in denen er extrem produktiv arbeitet. Sie wissen, wie sich das anfühlt: Alles was Sie machen, funktioniert. Sie haben die richtigen Ideen. Sie reden mit den richtigen Leuten. Sie tun, was getan werden muss. Sie kommen voran und die Arbeit macht Spaß.

2. Diese Phasen sind jedoch selten, denn meistens verschwenden wir unsere Zeit. Wir arbeiten unproduktiv. Wir reden um den heißen Brei. Wir warten auf Instruktionen. Wir lesen Mails und trinken Kaffee.

Natürlich können Sie jetzt sagen: So ist es halt. Manchmal läuft’s, manchmal nicht. Dann stellen Sie sich aber bitte für einen Moment vor, Sie arbeiteten anstatt der 90 Minuten heute einfach mal ein paar Minuten länger richtig produktiv. Ich persönlich bräuchte dann nicht einmal 2 Stunden konzentrierter Arbeit für meine 5 Blog Seiten, an denen ich sonst den ganzen Tag gearbeitet hätte. Wenn ich jetzt extrem fleißig wäre, arbeitete ich noch 2 Stunden produktiv weiter, hätte nach 4 Stunden 10 Seiten geschrieben – das wäre das doppelte Ergebnis in der Hälfte der Zeit.

Es macht also durchaus Sinn, sich die Frage zu stellen: Wann arbeite ich produktiv? Wann erlebe ich meine 20% Höchstleistung? Und was mache ich in diesem Moment richtig?

Beobachten Sie sich doch einmal selbst. Notieren Sie sich eine Woche lang jeden Tag fortlaufend, was Sie gerade tun: Womit verbringen Sie Ihre Arbeitszeit?

Markieren Sie sich die Momente, in denen Sie extrem produktiv sind. Gleichzeitig achten Sie auch darauf, was in Ihrer Umgebung passiert:

Zu welcher Uhrzeit arbeiten Sie am produktivsten? Vielleicht am Morgen, wenn es im Büro noch ruhig ist, oder am Abend, wenn Ihre Kunden erreichbar sind?

Wo befinden Sie sich? An einem gemütlichen Ort vielleicht, zuhause oder mit Kopfhörern in einem Café?

Was beeinflusst Sie während Ihrer Arbeit? Gibt es bestimmte Menschen, die Ihre Leistung positiv verstärken?

Im Rückblick auf die Woche, versuchen Sie zwei Dinge herauszufinden:

1. Wo erleben Sie Ihre 20%? In welchen Momenten, bei welchen Tätigkeiten und unter welchen Umständen sind Sie extrem produktiv?

2. Wo verschwenden Sie Ihre Zeit? Welche Verhaltensweisen oder Einflüsse halten Sie immer wieder von Ihrer Arbeit ab oder bremsen Sie aus?

Am Ende liebt die Entscheidung bei Ihnen: Wie wollen Sie in Zukunft arbeiten, um Ihre Produktivität zu steigern? Worauf werden Sie verzichten? Wann müssen Sie „Nein“ sagen, damit Sie in Zukunft in einer kürzeren Zeit, bessere Ergebnisse erreichen?

Wer darüber hinaus mehr über Effizienz- Effektivitätstechniken lernen möchte, dem sei unser Online-Kurs „Effizienz und Effektivität steigern: 10 beste Techniken“ mit bereits über 3000 eingeschriebenen Teilnehmern empfohlen!

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Autor: Johannes Stark


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