Freude am Scheitern – Das Geheimnis von Innovation und Fortschritt

von Argumentorik, 16. August 2017

Scheitern ist das große Tabu der Moderne.“ Dieser Satz stammt von Soziologe Richard Sennet. Er spricht damit eine Erfahrung an, die jeder von uns kennt: Wir vermeiden es, Fehler zu machen. Es fällt uns schwer, Fehler einzugestehen. Fehler werden als Schwäche bewertet.

Das ist in dreifacher Hinsicht tragisch:

1. Sie schenken dem Problem nicht genug Aufmerksamkeit: Sobald Ihnen ein Fehler unangenehm ist, setzen Sie sich auch ungern mit ihm auseinander. Sie spielen ihn herunter, anstatt sich zu fragen: Wie konnte es dazu kommen? Welchen Aspekt des Problems habe ich noch nicht verstanden? Ohne diese Reflexion ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie den gleichen oder einen ähnlichen Fehler wieder begehen.

2. Sie übersehen Ihr eigenes Entwicklungspotenzial: An Ihren Fehlern können Sie auch erkennen, wo Sie selbst stehen. Dazu müssen Sie jedoch den Mut haben, Ihr eigenes Verhalten in missglückten Situationen in Frage zu stellen. Nur so erkennen Sie Muster, die Ihnen einen Anhaltspunkt geben, wo Ihr Entwicklungspotenzial liegt.

3. Sie vermeiden Risiken: Wenn Sie keine Fehler machen wollen, werden Sie es vermeiden, Dinge auszuprobieren, deren Ergebnis Sie nicht absehen können. Sie bleiben in Ihrer Komfortzone. Damit werden Sie sich schwertun, kreativ zu sein und Innovation zu wagen.

Haben Sie vor Fehlern keine Angst, sondern lernen Sie sie zu schätzen.

Angelehnt an Praxisbeispiele aus dem agilen Arbeiten haben wir einen Drei-Punkte-Plan zusammengestellt, mit dem Sie Ihre Einstellung gegenüber Fehlern und Risiken verändern können.

Punkt 1: Fuck up of the Week

Akzeptieren Sie Ihre Fehler nicht nur, feiern Sie sie. Küren Sie dafür jede Woche den Misserfolg, an dem Sie am Meisten lernen konnten, zum „Fuck up of the week“. An diesem Fehler sind Sie wieder ein kleines Stück gewachsen. Darauf sollte man anstoßen.

Mit diesem Ritual geben Sie sich einen Anreiz, Misserfolge genau unter die Lupe zu nehmen, ohne sich dabei kontinuierlich schlecht zu fühlen.

Punkt 2: Win of the week

Natürlich sollten Sie nicht nur Misserfolge, sondern auch Erfolge feiern. Küren Sie also im Anschluss an Ihr „Fuck up of the week“ ein „Win of the week”. Fragen Sie sich: Was war die größte Herausforderung, die ich in der vergangenen Woche gemeistert habe? Und wie habe ich das geschafft? Bedenken Sie: Auch aus Ihren Erfolgen können Sie für die Zukunft lernen. Nehmen Sie sich Zeit für diese Reflexion. Eine kleine Feier wäre dazu ein guter Anlass.

Punkt 3: Challenge of the week.

Setzen Sie Ihrer Selbstreflexion die Krone auf, indem Sie sich im Anschluss noch eine Sache vornehmen, die Sie in der kommenden Woche durchziehen wollen. Zwei Vorschläge dafür: Seien Sie mutig. Eine echte Herausforderung sollte Sie schon herausfordern. Außerdem, seien Sie explizit. Schreiben Sie auf, was Sie schaffen wollen. Machen Sie Ihr Vorhaben sichtbar.

Schenken Sie Ihren Fehler Aufmerksamkeit und gehen Sie das Risiko ein, weitere Fehler zu machen. So werden Sie sich auf lange Sicht immer weiter entwickeln.

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Autor: Johannes Stark


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